1. Das Mini-Auto und
der Mercedes
"Tüt, tüt, tüüüt, auf die Seite du Winzling!" prahlt
der Mercedes und saust an dem Mini vorbei. "Ach du
grosser Prahlaffe, du meinst, weil du grösser bist,
seist du schneller am Ziel als ich, aber wart' nur
ab!"
Als der Mini in die Stadt kommt, findet er gerade noch
einen Parkplatz. Da er ja klein ist, hat er fast
überall Platz.
Da kommt schimpfend der Mercedes angefahren, weil er
seit einer Viertelstunde keinen Platz gefunden hat.
"Siehste! Nun bin ich doch zuerst am Ziel!" lacht der
Mini spöttisch.
2. Der Feldhase und das Kaninchen
"Oh dieser Feldhase hat es schön! Er muss nicht im
Käfig sitzen." Im Winter schneite es und der Feldhase
suchte Nahrung, das Kaninchen bekam sein Futter und
war froh. Im Herbst war Jagdzeit und der Feldhase
wurde getötet. Das Kaninchen war froh, dass es Futter
und seine Ruhe vor den Jägern hatte.
3. Der wilde Stier
Der Stier sah einmal einen Ochsen, der gemächlich sein
frisches Heu frass. Der Ochse sagte: "Du dreckiger
Stinker, den ganzen Tag streichst du herum." - "Du
hast es gut", seufzte der Stier und ging seinen Weg.
Zwei Tage später wurde der Ochse geschlachtet. Da
meinte der Stier: "Lieber kein Essen, aber dafür
leben."
4. Der zuletzt lacht, lacht am besten: Der Hase als
Fuchs
Es trafen sich einmal zwei Hasen, ein gescheiter und
ein dummer. Beide wollten an den Hasenball. Dazu
mussten sie kostümiert sein. Der gescheite Hase gab an
und sagte: "Du bist viel zu dumm, du kannst kein
Kostüm nähen!" Der dumme Hase aber nähte sich ein
Fuchskostüm. Als er den Saal betrat, erschrak der
gescheite Hase so sehr, dass er auf und davon rannte.
Der dumme Hase hatte das beste Kostüm und gewann den
1. Preis.
[Moral: Die Fassade, die gescheit erscheint, ist oft
nicht so intelligent].
5. Die Meise und der Adler
"Ha, du bist klein und zimperlich, nicht so wie ich,
ich bin gross und stark!" sagte der Adler zur Meise.
Da flogen die beiden in eine Felsspalte. Der Adler
konnte nicht mehr hinaus, da er zu gross war. "Auch
Kleinheit hat die guten Seiten!" sprach die Meise und
flog aus der Spalte.
6. Die Fledermaus
"Ich habe es satt, hier in dem alten Turm", dachte
eine kleine, kecke Fledermaus und riss aus!
Sie war lange geflogen, doch plötzlich überfiel sie
eine gefährliche Krankheit! Sie stürzte ab und schlief
ein.
Am nächsten Morgen kam ein Maulwurf vorbei und dachte:
"Welch ein komisches Tier! Es ist anscheinend krank!
Ich werde einmal die Vögel holen, denn ich bin sicher,
dass das eine Art Vogel ist!" Doch die Vögel sagten:
"Nein, das ist kein Vogel. Diese Zähne! Wie eine
Ratte! Mögen sich die Ratten um ihn kümmern!", und sie
flogen davon. Doch die Ratten sagten: "Nein! Der hat
ja einen Pelz! Wie ein Eichhörnchen! Mögen sich die um
ihn kümmern!", und sie gingen fort. Doch auch die
Eichhörnchen sagten: "Nein, der hat ja Flügel! Mögen
sich die Vögel um ihn kümmern." Und so starb die
Fledermaus.
[Moral: Wenn man immer einen Grund findet, um NICHT zu
helfen, dann sterben viele].
7. Die Giraffe und der Sperling
"Du kannst nicht fliegen", spottet der freche Sperling
zur Giraffe. Eines Tages fällt ein Junges der
Sperlingsmutter aus dem Nest. Die Giraffe gibt es der
Mutter sorgfältig zurück. Von da an sind die beiden
Freunde.
8. Der Fuchs und der Elefant
"Ha, ha, ha! Du bist aber klein und schwach", brummte
der Elefant überlegen. Der Fuchs machte sich nichts
daraus und zottelte weiter. Wenige Tage später trafen
sich die beiden wieder. Der Elefant stöhnte: "Ich habe
Durst!" - "Lauf mir mal nach", dirigierte der Fuchs.
Sie kamen an einen hohen Zaun, hinter dem ein Weiher
lag. Der Fuchs sprach: "Ich gehe jetzt zum Weiher und
lösche dort meinen Durst." Der Fuchs schlüpfte durch
ein kleines Loch. "Jetzt wärst du froh, klein zu sein
wie ich", lachte der Fuchs und rannte davon.
[Ergänzung: Hier fehlt, dass der Elefant den Zaun
einfach niedertrampelt und auch an den Teich gelangt].
9. Der Lastwagen und das Miniauto
Der Lastwagen bekam einen Lachkrampf, als er das
ängstliche Miniauto erblickte. "Dem will ich's
zeigen", sprach er und brauste mit über 100km pro
Stunde an dem Ängstlichen vorbei. Der Angsthase sah
nur noch den Auspuff des Angebers, aber auch den nicht
mehr lange, denn eine grosse Staubwolke legte sich vor
seinen Augen nieder.
Als der Angsthase an die nächste Kreuzung kam,
erblickte er mit grösstem Erstaunen, dass das Ungetüm
von einem Auto zerquetscht an einem Verkehrsschild
hing. "Jetzt kommt die Stunde der Rache", dachte sich
das Miniauto, trottete schadenfroh an dem Ungetüm
vorbei und liess ihn rücksichtslos in seinem hilflosen
Zustand hängen.
[Moral: Fahren Sie langsam - ich möchte schnell ans
Ziel].
10. Igel und Reh
"Du kugelrunder Stachler", spottete ein Reh, "sieh
mich an, ich bin gross und schlank. Aber du - - - "
weiter kam es nicht, denn plötzlich kam ein Wolf und
zerriss das Reh. Der Igel aber hatte sich schnell
versteckt und seine Stacheln aufgestellt. Als der Wolf
weg war, dachte der Igel: "Ich habe nichts gegen meine
Stacheln!"
[Moral der Geschichte: Schöne Leute sind eher in
Gefahr als nicht so schöne Leute].
11. Der Wolf und der Hofhund
"Ist das überhaupt noch ein Leben? Immer an der
Kette?" fragte der Wolf spöttisch. Doch der Hofhund
erwiderte nichts. Doch dann kam der Winter. Der Wolf
verhungerte.
Später wurde seine Leiche gefunden. Der Hofhund
dachte: "Eigentlich ist es doch ganz schön hier. Als
Wolf hätte ich den Winter bestimmt nicht überstanden."
12. Das Wildschwein und das Hausschwein
"Oh, wie hast du es gut", sagt an einem schönen,
sonnigen Wintermittag das Wildschwein, das vor der
Zelle steht und sieht, wie das Hausschwein vom Bauer
zu fressen bekommt. "Du musst die Nahrung nicht suchen
wie ich. Ich muss sie alleine finden." Da lachte das
Schwein nur höhnisch.
Doch nach einigen Tagen bemerkt das Wildschwein voller
Schrecken, wie das Schwein geschlachtet wird.
"Oh, nun will ich mir das Essen lieber selber
beschaffen, dafür bin ich meines Lebens sicher",
dachte es.
So hat jede Bequemlichkeit seine zwei Seiten.
[Moral der Geschichte: Wild sein ist Überleben - lass
dich nicht vom Henker füttern].
13. Der Spatz und der Geier
Als der Spatz am Aufpicken seines Futters war,
beobachtete ihn ein ausgehungerter Geier. "Diesen
kleinen, frechen Spatzen hole ich mir", dachte er
sich. Der Geier stürzte sich wie der Blitz auf den
Spatz. Dieser war aber flink und aufmerksam und wich
aus. Der Geier stürzte sich, statt auf den Spatz, in
den Boden. "Ätsch, jetzt kannst du selbst sehen, wie
du aus diesem Loch herauskommst", sagte der Spatz
schadenfroh und flog auf einen Ast. Zufällig kam ein
Mensch am zappelnden Geier vorbei und zog ihn aus dem
Boden. Der Geier dankte und suchte den Spatz. Bald
fand er ihn und frass ihn auf.
Moral der Geschichte: Man sollte nie schadenfroh sein.
14. Vom prahlenden Fluss
"Du musst jetzt meinen Namen annehmen", sagte der
grosse Fluss zu einem Bach, der in ihn mündet, und zu
vielen anderen auch. Jetzt ist er schon ein recht
grosser Fluss. Da ... auf einmal sieht er einen fast
doppelt so grossen Fluss, einen richtigen Strom. Der
Fluss schreit: "D... du m... musst m... meinen N...
namen a... a... a... auch annehmen!" -
"Quatsch!" brüllt der Strom, "der grössere darf seinen
Namen behalten, basta!" - "Geschieht dir recht", rufen
die Bäche, "dir soll es auch nicht besser ergehen als
uns!" und plätschern fröhlich weiter.
15. Die Flöhe und der Hund
"Komm, Egon, wir wollen den Hund dort ärgern!" sagte
der eine und sprang Hand in Hand mit dem anderen Floh
auf den Kopf des Hundes. Er versuchte sie
abzuschütteln, konnte es aber nicht. Da sprang er ganz
überraschend schnell in einen Weiher. Die Flöhe
konnten sich nicht mehr retten. Bald waren sie
jämmerlich ertrunken. "Das habt ihr davon, wenn ihr
Klügere ärgert!" rief ein Fisch und schwamm davon.
[Der Fisch hat vielleicht die toten Flöhe noch
gefressen, um den Teich von Abfall zu reinigen].
[Moral von der Geschichte: Das Leben ist zum Lernen
da, nicht zum Streiche spielen].
16. Das Kamel und die Kröte
"Mach, dass du wegkommst, du dumme Kröte!" sagte ein
Kamel zu einer Kröte. "Ja ... sofort!" entgegnete
diese ängstlich. Das Kamel dachte: "Die ist gerade
recht." Ganz freundlich fuhr es fort: "Möchtest du mit
mir in die Ferne ziehen?" - "Nein, dazu bin ich zu
beleidigt! Zuerst soll ich dir aus dem Weg und dann
auch noch mit dir in die Ferne ziehen?! Nein, geh
alleine!" entgegnete die Kröte spitz.
Hochnäsig trabte das Kamel allein fort.
Nach drei Tagen kam es halbverdurstet in der Wüste an.
Da kam eine Meute hungriger Löwen und im Handumdrehen
war das Kamel verspeist.
[Aber in der Wüste gibt es keine Löwen...]
[Moral der Geschichte: In die Wüste genug Wasser
mitnehmen - oder Wüste in Wald verwandeln -
Link].
17. Das Monstrum und das Schosshündchen
"Pfui, so ein Vieh wie dich habe ich noch nie
gesehen", kläffte das Schosshündchen. "Du wirst mich
auch nicht mehr lange sehen", erwidertet das Monstrum
und frass das Hündchen kurzerhand auf.
[Moral der Geschichte: Beim Reklamieren nie den Humor
vergessen, sonst hat die Gegenseite auch keinen
Humor].
18. Die elektrische Lokomotive und die
Dampflokomotive
"Du bist doch ein dummes, schmutziges Ding. Du kannst
nicht einmal so schnell fahren wie ich, und sowieso,
dich braucht man nicht so oft", spottete die
elektrische Lokomotive über die Dampflokomotive. Die
Dampflokomotive war sehr traurig.
Als der Strom einmal ausgefallen war, war die
elektrische Lokomotive gerade auf einer grossen Fahrt.
Sie stoppte mitten auf einem Geleisstück. Die
Dampflokomotive musste die elektrische Lokomotive
abschleppen, und als sie wieder am nächsten Bahnhof
angekommen waren, sagte die elektrische Lokomotive zur
Dampflokomotive: "Du hast mir prima geholfen, und ich
bin dir sehr dankbar. Ich nehme meine Beleidungen
wieder zurück".
19. Autobus gegen VW
"Du kleiner und unnützer VW geh aus dem Weg!" sagt der
mächtige Autobus. Plötzlich fährt der Bus auf den VW
zu und schreit: "Wer nicht hören kann, muss fühlen!"
Der Bus fährt über den VW, ohne dass dieser beschädigt
wird, denn der Abstand zwischen dem Dach des VWs und
dem Boden des Busses war zu gross, um den VW zu
berühren. Der Bus, der mit dieser Geschwindigkeit
nicht mehr bremsen konnte, fuhr in die Mauer eines
Kaufhauses.
Moral:
1. Der Grösste ist nicht immer der Stärkste. [Und:
2. Der Bremsweg ist auch abhängig vom Gewicht].
20. Der grosse und der kleine Zug
"Ich möchte auch einmal Menschen in meinen Inneren
haben", sagte der kleine Zug. Der grosse Zug meinte
nur: "Dazu bist du zu klein!" - "Wetten, dass ich
wenigstens einmal eine Person in mir habe?" - "Also
gut, ich bin dagegen." Der kleine Zug fuhr gerade über
eine Brücke, da stieg ein Landstreicher ein. Als der
kleine Zug zu Hause ankam, sah der grosse Zug den
Landstreicher im kleinen Zug. Der kleine sagte nur:
"Gewonnen!"
Moral: Unterschätze nie den Wert des kleineren.
21. Das grosse - und das kleine Auto
Ein grosses Auto fährt auf der Strasse und sieht ein
kleines Auto auf dem Spielplatz herumfahren. Da denkt
das grosse Auto: "Oh, wie muss das schön sein, so auf
einem Spielplatz herumzufahren!" Aber da sieht das
grosse Auto, wie das kleine Auto von Kindern
auseinandergenommen wird und denkt: "Ich glaube, ich
fahre lieber auf der Strasse umher, als dass ich eines
Tages auseinandergenommen werde."
[Moral der Geschichte: Jedes Leben hat seine
Überraschungen].
22. Der Hund - und das Krokodil
Als einmal ein Hund dem Fluss entlang lief und
gleichzeitig trank, traf er sich mit einem Krokodil.
Dieses sprach zum Hund: "Trinke ruhig, lieber Hund,
nur nicht schnell!"
Doch der Hund antwortete: "Ja, du hast recht, es ist
nicht gut, dass man beides gleichzeitig tut, aber...
ist es nicht schlimmer, dass ich deinen Zahn in meinem
Fleisch zu spüren bekomme?" -
"Oh, du kluger alter Hund! Ich bewundere dein
Gedächtnis, weil du so schlau bist und dem Rat deines
Feines nicht folgst!"
[Moral der Geschichte: Bei gewissen Leuten kann jedes
Angebot auch ein schlechter Witz sein].
23. Der Spatz und die Schwalbe
"Oh", sagt die Schwalbe, "hast du's schön! Du kannst
hier überwintern, und ich muss nach Afrika. Ich bleibe
in diesem Jahr hier!" - "Ich würde nicht hier bleiben
als Schwalbe!" sagte der Spatz. Die Schwalbe blieb
trotz der Warnung da. Als der eiskalte Winter kam,
erfror sie und der Spatz lacht.
Moral von der Geschichte (M.d.G.): Wer nicht hören
will, muss fühlen.
[Noch eine Moral von der Geschichte: In unerwarteten
Situationen muss man mit Improvisation, Flexibilität
und Solidarität überleben].
24. Der Bär und der Fuchs 1
Einmal begegneten sich der Bär und der Fuchs. Beide
hatten grossen Hunger. Der Bär sagte: "Guten Tag,
Fuchs! Hast du mir etwas zu fressen? Oder muss ich
dich probieren?" - "Aber Herr!" rief der Fuchs, "wisst
Ihr was? Wir tun uns zusammen. Ich stöbere das Wild
auf, und Ihr fallt es an!"
Bald hatte der Fuchs einen Hirsch aufgescheucht. Der
Bär rannte ihm nach und erwischte ihn. Doch vom Lauf
ermüdet, schlief er sogleich ein. Da freute sich der
Fuchs und tötete zuerst den Bären und frass dann den
Hirschen.
[Moral von der Geschichte:
1. Nie bei einer Jagd einschlafen - und:
2. Wichtige Sachen immer SELBER machen].
25. Der Bär und der Fuchs 2
"Du bist feige, wenn du nicht ein Huhn von dem
Bauernhof stiehlst!" brummte der Bär. "Gut", sagte der
Fuchs und schlich zum Bauernhof. Er hatte schon ein
Huhn geschnappt und war zum Wald gelaufen, da kam der
Bauer mit seiner Flinte und traf den Fuchs ins Bein.
Der Bär lachte, sagte: "Nicht einmal ein Huhn kannst
du stehlen!" und nahm das Huhn. Der Bauer aber schoss
noch einmal und tötete den Bären. Der Fuchs sagte:
"Wer zuletzt lacht, lacht am besten!"
[Moral von der Geschichte: Die Justiz agiert, wenn sie
funktioniert. Der Anstifter bekommt die härteste
Strafe].
26. Der Gorilla und der Schimpanse
"Hau ab, der Bananenbaum gehört jetzt mir, und wenn
dir das nicht passt, dann prügle ich dich
windelweich!" sagt der Gorilla zum Schimpansen.
Am anderen Morgen fällt der Gorilla vom Bananenbaum
und verstaucht sich das Bein. Nun kann er nicht mehr
klettern, und wenn ihm keiner hilft, so muss er
verhungern. Der Schimpanse sieht das Unglück und kommt
zu Hilfe. Er bewirtet den Gorilla, bis er wieder
munter ist. "Warum hast du mich so bewirtet, obwohl
ich dir den Bananenbaum weggenommen habe?" fragt der
Gorilla den Schimpansen. Der Schimpanse antwortet:
"Ich bin vielleicht nicht so stark wie du, doch ich
habe ein gutes Herz, und ich hoffe, du hast daraus
etwas gelernt!"
[Moral von der Geschichte: Man lernt bis 3 Tage vor
dem Tod].
27. Die beiden Maulwürfe
"Darf ich in deiner Höhle überwintern? Ich kann keine
finden", fragte ein Maulwurf den anderen. "Nein, hier
habe nur ich Platz! Suche dir selbst eine Höhle!"
antwortete dieser. Betrübt ging der erste Maulwurf
weg. Da wollte der unbarmherzige Maulwurf wieder in
seinen Bau zurück. Erschrocken sah er, dass dieser von
Erde verschüttet war. Unterdessen hatte das andere
Tier eine Höhle gefunden. Traurig kam der
unbarmherzige Maulwurf angerannt und bat: "Bitte, lass
mich in deinem Bau schlafen. Es tut mir leid, dass ich
dich fortgejagt habe." - "Gut, denke wer nicht [?],
einsam", sagte der barmherzige Maulwurf, und sie
gingen glücklich in die Höhle.
[Fehler: Es scheint eigenartig, dass ein Maulwurf
seine Höhle nicht mehr findet, wenn dort etwas Erde
drauf ist, oder er könnte sich doch einfach eine neue
Höhle graben, das ist doch sein Talent].
28. Der gefangene und der freie Hase
"Du bist ja dick und rund", sagte der freie Hase zum
gefangenen Hasen. Dieser antwortete aber: "Du musst
dein Futter aber selber suchen, und du bist ja auch
spindeldürr." - "Lieber dünn als in der Pfanne zu
schmoren", entgegnete der freie Hase, und hoppelte
davon. Später sah er aus dem Walde heraus, dass der
Bauer mit dem gefangenen Hasen in die Küche ging, um
ihn zu schlachten.
Moral: "Lass dich nie einfangen!"
[Lass dich nie von einem Metzger füttern].
29. Der Wolf, der Biber und die Hühner
"Kommt ihr mit mir tanzen, ihr Hühner?" fragte der
Wolf die Hühner.
"Und macht euch schön!" - "Ja", sagten die Hühner.
"Darf ich auch mitkommen?" fragte da ein kleiner
Biber.
"Nein", gackerten die Hühner auf den Biber hinunter.
Jetzt standen alle vor einem schönen Saloon. Die
Hühner gingen hinein. Doch das war doch eine angemalte
Wand, denn die Hühner waren in einer Hälfte
eingeschlossen. Die "Eierleger" hatten den Biber nicht
sehr gerne. Doch der Biber war auf einem Umweg
gefolgt. Der Wolf zündete ein Feuer an und wollte ein
Huhn nehmen [braten und fressen]. Da kam der Biber
dazwischen und fesselte den Wolf. Nun war alles
gerettet und die Hühner schlossen Freundschaft mit dem
Biber.
[Moral der Geschichte: Hilfe kommt manchmal von
unverhoffter Seite].
30. Fuchs und Kamel
Der Fuchs wurde von einer Karawane gefangen. Da traf
er ein Kamel und sagte zu ihm: "Hör zu! Wenn du mir
hilfst, hier freizukommen, hast du einen Wunsch frei."
Das Kamel liess sich das nicht zweimal sagen und
flüsterte dem Fuchs zu: "Gut, das mach ich! Du musst
zuerst ganz nach vorne gehen. Ich bleibe zurück und
fange an, mich wie wild zu gebärden. Dann kannst du
davon. Wir treffen uns bei der Oase." So geschah es
auch. Als sie sich trafen, sagte das Kamel: "Also, ich
wünsche mir, dass ich nie mehr etwas tragen muss!" -
"Ha, ha! Hast du etwa gedacht, dass ich ein Zauberer
bin?" lachte der Fuchs und wollte davonrennen, als das
Kamel ganz laut brüllte. Sofort kamen die Treiber
hinzu, sahen den Fuchs und packten ihn.
[Moral der Geschichte:
1. Keine Abkommen mit dummen Leuten abschliessen. Und:
2. Keine unmöglichen Versprechungen machen].