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Schweiz Fabeln Kanton Basel-Stadt: Fabelheft der Klasse 2b RG 1977

1. Das Mini-Auto und der Mercedes -- 2. Der Feldhase und das Kaninchen -- 3. Der wilde Stier -- 4. Der zuletzt lacht, lacht am besten: Der Hase als Fuchs -- 5. Die Meise und der Adler -- 6. Die Fledermaus -- 7. Die Giraffe und der Sperling -- 8. Der Fuchs und der Elefant -- 9. Der Lastwagen und das Miniauto -- 10. Igel und Reh -- 11. Der Wolf und der Hofhund -- 12. Das Wildschwein und das Hausschwein -- 13. Der Spatz und der Geier -- 14. Vom prahlenden Fluss --  15. Die Flöhe und der Hund -- 16. Das Kamel und die Kröte -- 17. Das Monstrum und das Schosshündchen -- 18. Die elektrische Lokomotive und die Dampflokomotive -- 19. Autobus gegen VW -- 20. Der grosse und der kleine Zug -- 21. Das grosse - und das kleine Auto -- 22. Der Hund - und das Krokodil -- 23. Der Spatz und die Schwalbe -- 24. Der Bär und der Fuchs 1 -- 25. Der Bär und der Fuchs 2 -- 26. Der Gorilla und der Schimpanse -- 27. Die beiden Maulwürfe -- 28. Der gefangene und der freie Hase -- 29. Der Wolf, der Biber und die Hühner -- 30. Fuchs und Kamel

Schweiz Fabeln Kanton
                        Basel-Stadt: Fabelheft der Klasse 1b RG 1977

Kellerfund

präsentiert von Michael Palomino (2025)

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1. Das Mini-Auto und der Mercedes
"Tüt, tüt, tüüüt, auf die Seite du Winzling!" prahlt der Mercedes und saust an dem Mini vorbei. "Ach du grosser Prahlaffe, du meinst, weil du grösser bist, seist du schneller am Ziel als ich, aber wart' nur ab!"
Als der Mini in die Stadt kommt, findet er gerade noch einen Parkplatz. Da er ja klein ist, hat er fast überall Platz.
Da kommt schimpfend der Mercedes angefahren, weil er seit einer Viertelstunde keinen Platz gefunden hat. "Siehste! Nun bin ich doch zuerst am Ziel!" lacht der Mini spöttisch.

2. Der Feldhase und das Kaninchen
"Oh dieser Feldhase hat es schön! Er muss nicht im Käfig sitzen." Im Winter schneite es und der Feldhase suchte Nahrung, das Kaninchen bekam sein Futter und war froh. Im Herbst war Jagdzeit und der Feldhase wurde getötet. Das Kaninchen war froh, dass es Futter und seine Ruhe vor den Jägern hatte.

3. Der wilde Stier
Der Stier sah einmal einen Ochsen, der gemächlich sein frisches Heu frass. Der Ochse sagte: "Du dreckiger Stinker, den ganzen Tag streichst du herum." - "Du hast es gut", seufzte der Stier und ging seinen Weg. Zwei Tage später wurde der Ochse geschlachtet. Da meinte der Stier: "Lieber kein Essen, aber dafür leben."

4. Der zuletzt lacht, lacht am besten: Der Hase als Fuchs
Es trafen sich einmal zwei Hasen, ein gescheiter und ein dummer. Beide wollten an den Hasenball. Dazu mussten sie kostümiert sein. Der gescheite Hase gab an und sagte: "Du bist viel zu dumm, du kannst kein Kostüm nähen!" Der dumme Hase aber nähte sich ein Fuchskostüm. Als er den Saal betrat, erschrak der gescheite Hase so sehr, dass er auf und davon rannte. Der dumme Hase hatte das beste Kostüm und gewann den 1. Preis.

[Moral: Die Fassade, die gescheit erscheint, ist oft nicht so intelligent].

5. Die Meise und der Adler
"Ha, du bist klein und zimperlich, nicht so wie ich, ich bin gross und stark!" sagte der Adler zur Meise. Da flogen die beiden in eine Felsspalte. Der Adler konnte nicht mehr hinaus, da er zu gross war. "Auch Kleinheit hat die guten Seiten!" sprach die Meise und flog aus der Spalte.

6. Die Fledermaus
"Ich habe es satt, hier in dem alten Turm", dachte eine kleine, kecke Fledermaus und riss aus!
Sie war lange geflogen, doch plötzlich überfiel sie eine gefährliche Krankheit! Sie stürzte ab und schlief ein.
Am nächsten Morgen kam ein Maulwurf vorbei und dachte: "Welch ein komisches Tier! Es ist anscheinend krank! Ich werde einmal die Vögel holen, denn ich bin sicher, dass das eine Art Vogel ist!" Doch die Vögel sagten: "Nein, das ist kein Vogel. Diese Zähne! Wie eine Ratte! Mögen sich die Ratten um ihn kümmern!", und sie flogen davon. Doch die Ratten sagten: "Nein! Der hat ja einen Pelz! Wie ein Eichhörnchen! Mögen sich die um ihn kümmern!", und sie gingen fort. Doch auch die Eichhörnchen sagten: "Nein, der hat ja Flügel! Mögen sich die Vögel um ihn kümmern." Und so starb die Fledermaus.

[Moral: Wenn man immer einen Grund findet, um NICHT zu helfen, dann sterben viele].

7. Die Giraffe und der Sperling
"Du kannst nicht fliegen", spottet der freche Sperling zur Giraffe. Eines Tages fällt ein Junges der Sperlingsmutter aus dem Nest. Die Giraffe gibt es der Mutter sorgfältig zurück. Von da an sind die beiden Freunde.

8. Der Fuchs und der Elefant
"Ha, ha, ha! Du bist aber klein und schwach", brummte der Elefant überlegen. Der Fuchs machte sich nichts daraus und zottelte weiter. Wenige Tage später trafen sich die beiden wieder. Der Elefant stöhnte: "Ich habe Durst!" - "Lauf mir mal nach", dirigierte der Fuchs. Sie kamen an einen hohen Zaun, hinter dem ein Weiher lag. Der Fuchs sprach: "Ich gehe jetzt zum Weiher und lösche dort meinen Durst." Der Fuchs schlüpfte durch ein kleines Loch. "Jetzt wärst du froh, klein zu sein wie ich", lachte der Fuchs und rannte davon.

[Ergänzung: Hier fehlt, dass der Elefant den Zaun einfach niedertrampelt und auch an den Teich gelangt].

9. Der Lastwagen und das Miniauto
Der Lastwagen bekam einen Lachkrampf, als er das ängstliche Miniauto erblickte. "Dem will ich's zeigen", sprach er und brauste mit über 100km pro Stunde an dem Ängstlichen vorbei. Der Angsthase sah nur noch den Auspuff des Angebers, aber auch den nicht mehr lange, denn eine grosse Staubwolke legte sich vor seinen Augen nieder.

Als der Angsthase an die nächste Kreuzung kam, erblickte er mit grösstem Erstaunen, dass das Ungetüm von einem Auto zerquetscht an einem Verkehrsschild hing. "Jetzt kommt die Stunde der Rache", dachte sich das Miniauto, trottete schadenfroh an dem Ungetüm vorbei und liess ihn rücksichtslos in seinem hilflosen Zustand hängen.

[Moral: Fahren Sie langsam - ich möchte schnell ans Ziel].

10. Igel und Reh
"Du kugelrunder Stachler", spottete ein Reh, "sieh mich an, ich bin gross und schlank. Aber du - - - " weiter kam es nicht, denn plötzlich kam ein Wolf und zerriss das Reh. Der Igel aber hatte sich schnell versteckt und seine Stacheln aufgestellt. Als der Wolf weg war, dachte der Igel: "Ich habe nichts gegen meine Stacheln!"

[Moral der Geschichte: Schöne Leute sind eher in Gefahr als nicht so schöne Leute].

11. Der Wolf und der Hofhund
"Ist das überhaupt noch ein Leben? Immer an der Kette?" fragte der Wolf spöttisch. Doch der Hofhund erwiderte nichts. Doch dann kam der Winter. Der Wolf verhungerte.
Später wurde seine Leiche gefunden. Der Hofhund dachte: "Eigentlich ist es doch ganz schön hier. Als Wolf hätte ich den Winter bestimmt nicht überstanden."

12. Das Wildschwein und das Hausschwein
"Oh, wie hast du es gut", sagt an einem schönen, sonnigen Wintermittag das Wildschwein, das vor der Zelle steht und sieht, wie das Hausschwein vom Bauer zu fressen bekommt. "Du musst die Nahrung nicht suchen wie ich. Ich muss sie alleine finden." Da lachte das Schwein nur höhnisch.
Doch nach einigen Tagen bemerkt das Wildschwein voller Schrecken, wie das Schwein geschlachtet wird.
"Oh, nun will ich mir das Essen lieber selber beschaffen, dafür bin ich meines Lebens sicher", dachte es.
So hat jede Bequemlichkeit seine zwei Seiten.

[Moral der Geschichte: Wild sein ist Überleben - lass dich nicht vom Henker füttern].

13. Der Spatz und der Geier
Als der Spatz am Aufpicken seines Futters war, beobachtete ihn ein ausgehungerter Geier. "Diesen kleinen, frechen Spatzen hole ich mir", dachte er sich. Der Geier stürzte sich wie der Blitz auf den Spatz. Dieser war aber flink und aufmerksam und wich aus. Der Geier stürzte sich, statt auf den Spatz, in den Boden. "Ätsch, jetzt kannst du selbst sehen, wie du aus diesem Loch herauskommst", sagte der Spatz schadenfroh und flog auf einen Ast. Zufällig kam ein Mensch am zappelnden Geier vorbei und zog ihn aus dem Boden. Der Geier dankte und suchte den Spatz. Bald fand er ihn und frass ihn auf.
Moral der Geschichte: Man sollte nie schadenfroh sein.

14. Vom prahlenden Fluss
"Du musst jetzt meinen Namen annehmen", sagte der grosse Fluss zu einem Bach, der in ihn mündet, und zu vielen anderen auch. Jetzt ist er schon ein recht grosser Fluss. Da ... auf einmal sieht er einen fast doppelt so grossen Fluss, einen richtigen Strom. Der Fluss schreit: "D... du m... musst m... meinen N... namen a... a... a... auch annehmen!" -
"Quatsch!" brüllt der Strom, "der grössere darf seinen Namen behalten, basta!" - "Geschieht dir recht", rufen die Bäche, "dir soll es auch nicht besser ergehen als uns!" und plätschern fröhlich weiter.

15. Die Flöhe und der Hund
"Komm, Egon, wir wollen den Hund dort ärgern!" sagte der eine und sprang Hand in Hand mit dem anderen Floh auf den Kopf des Hundes. Er versuchte sie abzuschütteln, konnte es aber nicht. Da sprang er ganz überraschend schnell in einen Weiher. Die Flöhe konnten sich nicht mehr retten. Bald waren sie jämmerlich ertrunken. "Das habt ihr davon, wenn ihr Klügere ärgert!" rief ein Fisch und schwamm davon. [Der Fisch hat vielleicht die toten Flöhe noch gefressen, um den Teich von Abfall zu reinigen].

[Moral von der Geschichte: Das Leben ist zum Lernen da, nicht zum Streiche spielen].

16. Das Kamel und die Kröte
"Mach, dass du wegkommst, du dumme Kröte!" sagte ein Kamel zu einer Kröte. "Ja ... sofort!" entgegnete diese ängstlich. Das Kamel dachte: "Die ist gerade recht." Ganz freundlich fuhr es fort: "Möchtest du mit mir in die Ferne ziehen?" - "Nein, dazu bin ich zu beleidigt! Zuerst soll ich dir aus dem Weg und dann auch noch mit dir in die Ferne ziehen?! Nein, geh alleine!" entgegnete die Kröte spitz.
Hochnäsig trabte das Kamel allein fort.
Nach drei Tagen kam es halbverdurstet in der Wüste an. Da kam eine Meute hungriger Löwen und im Handumdrehen war das Kamel verspeist.
[Aber in der Wüste gibt es keine Löwen...]

[Moral der Geschichte: In die Wüste genug Wasser mitnehmen - oder Wüste in Wald verwandeln - Link].

17. Das Monstrum und das Schosshündchen
"Pfui, so ein Vieh wie dich habe ich noch nie gesehen", kläffte das Schosshündchen. "Du wirst mich auch nicht mehr lange sehen", erwidertet das Monstrum und frass das Hündchen kurzerhand auf.

[Moral der Geschichte: Beim Reklamieren nie den Humor vergessen, sonst hat die Gegenseite auch keinen Humor].

18. Die elektrische Lokomotive und die Dampflokomotive
"Du bist doch ein dummes, schmutziges Ding. Du kannst nicht einmal so schnell fahren wie ich, und sowieso, dich braucht man nicht so oft", spottete die elektrische Lokomotive über die Dampflokomotive. Die Dampflokomotive war sehr traurig.
Als der Strom einmal ausgefallen war, war die elektrische Lokomotive gerade auf einer grossen Fahrt. Sie stoppte mitten auf einem Geleisstück. Die Dampflokomotive musste die elektrische Lokomotive abschleppen, und als sie wieder am nächsten Bahnhof angekommen waren, sagte die elektrische Lokomotive zur Dampflokomotive: "Du hast mir prima geholfen, und ich bin dir sehr dankbar. Ich nehme meine Beleidungen wieder zurück".

19. Autobus gegen VW
"Du kleiner und unnützer VW geh aus dem Weg!" sagt der mächtige Autobus. Plötzlich fährt der Bus auf den VW zu und schreit: "Wer nicht hören kann, muss fühlen!" Der Bus fährt über den VW, ohne dass dieser beschädigt wird, denn der Abstand zwischen dem Dach des VWs und dem Boden des Busses war zu gross, um den VW zu berühren. Der Bus, der mit dieser Geschwindigkeit nicht mehr bremsen konnte, fuhr in die Mauer eines Kaufhauses.

Moral:
1. Der Grösste ist nicht immer der Stärkste. [Und:
2. Der Bremsweg ist auch abhängig vom Gewicht].

20. Der grosse und der kleine Zug
"Ich möchte auch einmal Menschen in meinen Inneren haben", sagte der kleine Zug. Der grosse Zug meinte nur: "Dazu bist du zu klein!" - "Wetten, dass ich wenigstens einmal eine Person in mir habe?" - "Also gut, ich bin dagegen." Der kleine Zug fuhr gerade über eine Brücke, da stieg ein Landstreicher ein. Als der kleine Zug zu Hause ankam, sah der grosse Zug den Landstreicher im kleinen Zug. Der kleine sagte nur: "Gewonnen!"
Moral: Unterschätze nie den Wert des kleineren.

21. Das grosse - und das kleine Auto
Ein grosses Auto fährt auf der Strasse und sieht ein kleines Auto auf dem Spielplatz herumfahren. Da denkt das grosse Auto: "Oh, wie muss das schön sein, so auf einem Spielplatz herumzufahren!" Aber da sieht das grosse Auto, wie das kleine Auto von Kindern auseinandergenommen wird und denkt: "Ich glaube, ich fahre lieber auf der Strasse umher, als dass ich eines Tages auseinandergenommen werde."

[Moral der Geschichte: Jedes Leben hat seine Überraschungen].

22. Der Hund - und das Krokodil
Als einmal ein Hund dem Fluss entlang lief und gleichzeitig trank, traf er sich mit einem Krokodil. Dieses sprach zum Hund: "Trinke ruhig, lieber Hund, nur nicht schnell!"
Doch der Hund antwortete: "Ja, du hast recht, es ist nicht gut, dass man beides gleichzeitig tut, aber... ist es nicht schlimmer, dass ich deinen Zahn in meinem Fleisch zu spüren bekomme?" -
"Oh, du kluger alter Hund! Ich bewundere dein Gedächtnis, weil du so schlau bist und dem Rat deines Feines nicht folgst!"

[Moral der Geschichte: Bei gewissen Leuten kann jedes Angebot auch ein schlechter Witz sein].

23. Der Spatz und die Schwalbe
"Oh", sagt die Schwalbe, "hast du's schön! Du kannst hier überwintern, und ich muss nach Afrika. Ich bleibe in diesem Jahr hier!" - "Ich würde nicht hier bleiben als Schwalbe!" sagte der Spatz. Die Schwalbe blieb trotz der Warnung da. Als der eiskalte Winter kam, erfror sie und der Spatz lacht.
Moral von der Geschichte (M.d.G.): Wer nicht hören will, muss fühlen.

[Noch eine Moral von der Geschichte: In unerwarteten Situationen muss man mit Improvisation, Flexibilität und Solidarität überleben].

24. Der Bär und der Fuchs 1
Einmal begegneten sich der Bär und der Fuchs. Beide hatten grossen Hunger. Der Bär sagte: "Guten Tag, Fuchs! Hast du mir etwas zu fressen? Oder muss ich dich probieren?" - "Aber Herr!" rief der Fuchs, "wisst Ihr was? Wir tun uns zusammen. Ich stöbere das Wild auf, und Ihr fallt es an!"
Bald hatte der Fuchs einen Hirsch aufgescheucht. Der Bär rannte ihm nach und erwischte ihn. Doch vom Lauf ermüdet, schlief er sogleich ein. Da freute sich der Fuchs und tötete zuerst den Bären und frass dann den Hirschen.

[Moral von der Geschichte:
1. Nie bei einer Jagd einschlafen - und:
2. Wichtige Sachen immer SELBER machen].

25. Der Bär und der Fuchs 2
"Du bist feige, wenn du nicht ein Huhn von dem Bauernhof stiehlst!" brummte der Bär. "Gut", sagte der Fuchs und schlich zum Bauernhof. Er hatte schon ein Huhn geschnappt und war zum Wald gelaufen, da kam der Bauer mit seiner Flinte und traf den Fuchs ins Bein. Der Bär lachte, sagte: "Nicht einmal ein Huhn kannst du stehlen!" und nahm das Huhn. Der Bauer aber schoss noch einmal und tötete den Bären. Der Fuchs sagte: "Wer zuletzt lacht, lacht am besten!"

[Moral von der Geschichte: Die Justiz agiert, wenn sie funktioniert. Der Anstifter bekommt die härteste Strafe].

26. Der Gorilla und der Schimpanse
"Hau ab, der Bananenbaum gehört jetzt mir, und wenn dir das nicht passt, dann prügle ich dich windelweich!" sagt der Gorilla zum Schimpansen.
Am anderen Morgen fällt der Gorilla vom Bananenbaum und verstaucht sich das Bein. Nun kann er nicht mehr klettern, und wenn ihm keiner hilft, so muss er verhungern. Der Schimpanse sieht das Unglück und kommt zu Hilfe. Er bewirtet den Gorilla, bis er wieder munter ist. "Warum hast du mich so bewirtet, obwohl ich dir den Bananenbaum weggenommen habe?" fragt der Gorilla den Schimpansen. Der Schimpanse antwortet: "Ich bin vielleicht nicht so stark wie du, doch ich habe ein gutes Herz, und ich hoffe, du hast daraus etwas gelernt!"

[Moral von der Geschichte: Man lernt bis 3 Tage vor dem Tod].

27. Die beiden Maulwürfe
"Darf ich in deiner Höhle überwintern? Ich kann keine finden", fragte ein Maulwurf den anderen. "Nein, hier habe nur ich Platz! Suche dir selbst eine Höhle!" antwortete dieser. Betrübt ging der erste Maulwurf weg. Da wollte der unbarmherzige Maulwurf wieder in seinen Bau zurück. Erschrocken sah er, dass dieser von Erde verschüttet war. Unterdessen hatte das andere Tier eine Höhle gefunden. Traurig kam der unbarmherzige Maulwurf angerannt und bat: "Bitte, lass mich in deinem Bau schlafen. Es tut mir leid, dass ich dich fortgejagt habe." - "Gut, denke wer nicht [?], einsam", sagte der barmherzige Maulwurf, und sie gingen glücklich in die Höhle.

[Fehler: Es scheint eigenartig, dass ein Maulwurf seine Höhle nicht mehr findet, wenn dort etwas Erde drauf ist, oder er könnte sich doch einfach eine neue Höhle graben, das ist doch sein Talent].

28. Der gefangene und der freie Hase
"Du bist ja dick und rund", sagte der freie Hase zum gefangenen Hasen. Dieser antwortete aber: "Du musst dein Futter aber selber suchen, und du bist ja auch spindeldürr." - "Lieber dünn als in der Pfanne zu schmoren", entgegnete der freie Hase, und hoppelte davon. Später sah er aus dem Walde heraus, dass der Bauer mit dem gefangenen Hasen in die Küche ging, um ihn zu schlachten.
Moral: "Lass dich nie einfangen!"

[Lass dich nie von einem Metzger füttern].

29. Der Wolf, der Biber und die Hühner
"Kommt ihr mit mir tanzen, ihr Hühner?" fragte der Wolf die Hühner.
"Und macht euch schön!" - "Ja", sagten die Hühner.
"Darf ich auch mitkommen?" fragte da ein kleiner Biber.
"Nein", gackerten die Hühner auf den Biber hinunter.
Jetzt standen alle vor einem schönen Saloon. Die Hühner gingen hinein. Doch das war doch eine angemalte Wand, denn die Hühner waren in einer Hälfte eingeschlossen. Die "Eierleger" hatten den Biber nicht sehr gerne. Doch der Biber war auf einem Umweg gefolgt. Der Wolf zündete ein Feuer an und wollte ein Huhn nehmen [braten und fressen]. Da kam der Biber dazwischen und fesselte den Wolf. Nun war alles gerettet und die Hühner schlossen Freundschaft mit dem Biber.

[Moral der Geschichte: Hilfe kommt manchmal von unverhoffter Seite].

30. Fuchs und Kamel
Der Fuchs wurde von einer Karawane gefangen. Da traf er ein Kamel und sagte zu ihm: "Hör zu! Wenn du mir hilfst, hier freizukommen, hast du einen Wunsch frei." Das Kamel liess sich das nicht zweimal sagen und flüsterte dem Fuchs zu: "Gut, das mach ich! Du musst zuerst ganz nach vorne gehen. Ich bleibe zurück und fange an, mich wie wild zu gebärden. Dann kannst du davon. Wir treffen uns bei der Oase." So geschah es auch. Als sie sich trafen, sagte das Kamel: "Also, ich wünsche mir, dass ich nie mehr etwas tragen muss!" - "Ha, ha! Hast du etwa gedacht, dass ich ein Zauberer bin?" lachte der Fuchs und wollte davonrennen, als das Kamel ganz laut brüllte. Sofort kamen die Treiber hinzu, sahen den Fuchs und packten ihn.

[Moral der Geschichte:
1. Keine Abkommen mit dummen Leuten abschliessen. Und:
2. Keine unmöglichen Versprechungen machen].


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Quellen

 


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