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Die Schweizer Wehrmacht - schweizer Soldaten im Ausland

Kapitel 3.2.: Fremdendienste: in der Zeit von 1815-1860

D. Das neuenburgische Gardeschützenbataillon in Preussen: 1814-1848

Neuenburger Soldaten in Preussen ab 1814 - gegen Dänemark 1848 - gegen Ö 1866 und gegen F 1870/1

Und die Massenmörder mit Spiess, Helebarde und Gewehr wollten alle "Christen" sein.

von Oberst i.Gst.Dr. Feldmann - unter Mitarbeit von Oberstleutnant Schafroth und Oberstleutnant Schumacher - Hallwag, Bern

Nette "Christen"

präsentiert von Michael Palomino (2024)


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3.2.D. Das neuenburgische Gardeschützenbataillon in Preussen: 1814-1848

[Neuenburger in Preussen: Schützenbataillon ab 1814 - Bewaffnung - Uniform - ergänzt mit Deserteuren auf F, Ö und NL]

Durch Kapitulation [Militärvertrag] vom 20. Juli 1814 wurde die vom neuenburgischen Landesherrn, dem König von Preussen, am 19. Mai 1814 angeordnete Stellung eines Schützenbataillons durch den Kanton festgelegt auf 402 Mann Friedensstärke (1002 Mann Kriegsstärke).
-- Zwei Drittel mussten Angehörige des Fürstentums Neuenburg / Valangin sein,
-- ein Drittel konnte aus Schweizern anderer Kantone bestehen.
-- Anwerbung auf vier Jahre mit Re-Engagement auf 4 oder 2 Jahre;
-- Offiziere auf Vorschlag des neuenburgischen Staatsrates ernannt,
-- nur der Bataillonskommandant wurde direkt vom König von Preussen bezeichnet.

Bewaffnung
-- mit französischen Infanteriegewehren, später
-- mit gezogenen Büchsen der Suhler Waffenfabrik;
-- Uniform ähnlich derjenigen der bereits bestehenden schlesischen Jäger: grün, mit roten Aufschlägen; diese waren gezackt, wie später die schweizerischen Mitrailleurpatten.

Es soll dies ursprünglich auf einem Versehen des Schneiders beruhen, wurde dann aber zur ehrenden Auszeichnung der truppenstolzen "Neuchateller", wie sie der preussische Armeejargon bezeichnete.

Erster Kommandant war der preussische Major de Meuron, von den 18 Offizieren waren 17 Schweizer, 3 davon [S.223] ehemalige "Canaris" [die in Spanien in gelber Uniform gekämpft hatten]. Die Anwerbung bot von Anfang gewisse Schwierigkeiten, als Ersatz der fehlenden Schweizer wurden französische, österreichische und holländische Deserteure eingestellt, trotzdem zählte die Truppe im Februar 1815 erst 282 Mann. Voller Bestand wurde erst erreicht, als man die Einjährig-Freiwilligen der preussischen Garde und später (1840) Dreijährig-Freiwillige einstellte, was insbesondere vom 1. Oktober 1816 an gestattet wurde.

Das erste Kontingent des Bataillons verliess im Herbst 1814 Neuchâtel und trat am 5. Januar 1815 in Berlin den Dienst an. Das Bataillon machte 1815 den Feldzug gegen Napoleon mit, kam allerdings nur zu Plänkeleien mit Heckenschützen; es zog am 22. Juli [1815] in Paris ein und war im Dezember bereits wieder in Berlin, wo es insbesondere wegen seiner fortschrittlichen Schiessausbildung grosse Anerkennung genoss. [1]

[1] Schiessprogramm 1817 verlangte auf Scheiben von 5 Mannsbreite, stehend angelegt,
-- auf 100 Schritte 40 Ringe (27-cm-Trefferkreis),
-- auf 150 Schritte 35 Ringe,
-- auf 200 Schritte 30 Ringe,
-- auf 250 Schritte 20 Ringe und
-- auf 300 Schritte (240m) 10 Ringe (87-cm-Trefferkreis).
Schiessprogramm 1819 auf 200 Schritte 16-Zoll-Trefferbild (21cm-Kreis).

[ab 1816: Neuenburger-Bataillon auch mit deutsch-preussischen Offizieren]

Offiziersmangel führte seit 1816 dazu, dass vermehrt preussische Offiziere zugeteilt wurden; dies und die bereits erwähnte Einstellung von Freiwilligen liess den Bestand an Deutschen im Bataillon schon 1841 auf 135 Mann ansteigen.

[Revolution von 1848: Neuenbuerger-Bataillon wird in die preussische Armee integriert - gegen Dänemark und Schleswig 1848 - schweizer Beteiligung bei den Kriegen von 1866 und 1870/1]

1848 wurde die im Frühjahr ablaufende Kapitulation nicht mehr erneuert; das Bataillon zählte damals 23 Offiziere (davon 2 Neuenburger), 49 Unteroffiziere und 328 Soldaten. Es wurde als Bestandteil des preussischen Heeres weitergeführt und machte als solches den Feldzug 1848 in Schleswig [gegen Dänemark] mit, wo es sich am 23. April [1848] besonders beim Kampf um die Stadt Schleswig auszeichnete. Viele seiner ehemaligen Angehörigen, Offiziere und Unteroffiziere, machten im preussischen Heer auch die Feldzüge von 1866 [gegen Österreich] und 1870 [gegen Frankreich] mit, wie ja überhaupt nicht selten Schweizer im preussisch-deutschen Heere Dienst leisteten. [S.224]


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Quellen



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