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KESB Fälle 04: Appenzell 2025
KESB-Beistand schmettert
Interessen für Hausverkauf ab - und treibt
Familie in den Ruin - Amtsgeheimnis deckt
alles ab - Haus gekrallt
Meldungen
präsentiert von Michael Palomino
Kriminelle KESB-Schweizer
im Kanton Appenzell am 4.8.2025: Beistand schmettert
Interessen für Hausverkauf ab - und treibt Familie in
den Ruin - Amtsgeheimnis deckt alles ab:
«Geld ist weg»:Familie kämpft nach
Schicksalsschlag um ihre Existenz: Nach dem
Tod ihres Mannes steht Ariane Bleiker (51) in Sulgen TG
vor dem Nichts: «Sein Beistand hat unser ganzes Vermögen
ruiniert»
https://www.blick.ch/schweiz/zuerich/nach-dem-tod-ihres-mannes-steht-ariane-bleiker-51-in-sulgen-tg-vor-dem-nichts-sein-beistand-hat-unser-ganzes-vermoegen-ruiniert-id21106672.html
Helena Graf - Reporterin - Die
Hirnblutung des Vaters stürzt Familie Bleiker in eine
finanzielle Notlage. Mutter Ariane (51) sucht Hilfe bei
der Kesb. Diese setzte einen Beistand ein. Doch nach dem
Tod des Vaters kommt heraus: Der Beistand hat überhaupt
keine Rechnungen bezahlt.
Bernhard Bleiker (†60) erleidet
Hirnblutung. Familie gerät in finanzielle Notlage
Beistand vernachlässigt Finanzen, Witwe
steht vor finanziellem Desaster
Zahlungsbefehle über 570'000 Franken
nach Bleikers Tod an Witwe geschickt
Am ersten Sonntag der Sommerferien 2019 sackt Bernhard
Bleiker (damals 54) in der Dusche zusammen. Ein gedämpfter
Knall. Seine Frau Ariane (51) sitzt in der Küche, trinkt
Kaffee, schreckt hoch. Der Krankenwagen kommt.
Kantonsspital St. Gallen, Intensivstation. Diagnose:
Hirnblutung. Zwei Wochen Koma. Als Bernhard Bleiker
erwacht, ist er ein anderer Mann.
Der Alltag der Familie steht kopf. Sie gerät mehrmals in
finanzielle Notlagen. Trotz IV, trotz Versicherung, trotz
Eigenheim. Ariane Bleiker sucht Hilfe bei den Behörden in
Appenzell Ausserrhoden. Später wird ein Beistand
eingesetzt, der sich um die Finanzen kümmert.
Im Herbst 2024, fünf Jahre nach der Hirnblutung, stirbt
Bernhard Bleiker. Die Finanzen muss nun wieder seine Frau
übernehmen. Ein dicker gelber Ordner, darin Mahnungen,
Zahlungsbefehle, Androhungen. Ein finanzielles Desaster.
Ariane Bleiker ist fassungslos: «Der Beistand hat unser
ganzes Vermögen ruiniert.»
Hypotheken mit Lebensversicherung
Die Witwe sitzt in ihrem Wohnzimmer in Sulgen TG und
kämpft mit den Tränen. Besonders, wenn sie über ihren Mann
spricht. «Er hat auf der Baustelle gearbeitet, ich blieb
zu Hause bei den Kindern», erzählt sie. «Das wollte er so.
Da war er einfach alte Schule.»
Die beiden Söhne kommen in den frühen 2000ern zur Welt.
2016 kauft der Vater ein Doppelhaus in Herisau AR. Drei
Wohnungen und eine Scheune. In einer Wohnung lebt die
Familie, die anderen werden vermietet. Die vorherige
Eigentümerin gibt ihnen ein Darlehen. Zur Absicherung der
Hypotheken schliesst Bernhard Bleiker eine
Lebensversicherung ab. «Er wollte, dass wir weiterhin dort
leben können, sollte ihm etwas passieren», erzählt Ariane.
Als er 2019 die Hirnblutung erleidet, muss sie sich um
alles kümmern. Vieles kommt zusammen. «Einem Mieter musste
ich kündigen, weil er nicht bezahlte», erinnert sie sich.
«Und die Gläubigerin des Darlehens starb, ihre Erben
wollten das Geld sofort zurück.»
Ihr Mann wird aus dem Spital entlassen, kommt in ein Heim.
Die Krankenkasse zahlt nicht. Er sei kein Pflegefall,
heisst es. Ariane sucht sich einen Job. Als das Ersparte
aufgebraucht ist, nimmt sie ihren Bernhard im Juni 2020 zu
sich nach Hause, kümmert sich selbst um ihn. Bis es
irgendwann nicht mehr geht. «Sein mentaler Zustand
verschlechterte sich, und er wurde aggressiv», erzählt
sie.
«Beistand hat Interessenten abgeschmettert»
Nach eineinhalb Jahren zu Hause kommt ihr Mann also wieder
in ein Heim. Diesmal zahlt die Krankenkasse. Zumindest
einen Teil. Trotzdem: Die Betreuungskosten kann Ariane
kaum stemmen. «Mir wuchs alles über den Kopf», sagt sie.
«Ich wollte, dass sich jemand Professionelles um die
Finanzen kümmert.»
Die zweifache Mutter beauftragt einen Makler, um das Haus
zu verkaufen, und meldet sich bei der Kindes- und
Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) in Appenzell Ausserrhoden.
Ihr Mann bekommt im Frühjahr 2023 einen Beistand. Dieser
soll sich unter anderem um sein Vermögen und das Haus
kümmern.
Familie Bleiker zieht indes aus, will dem Verkauf nicht im
Weg stehen. Doch monatelang passiert nichts. «Irgendwann
rief mich der Makler an und sagte, er könne nicht mit dem
Beistand zusammenarbeiten», erzählt Ariane. «Offenbar hat
dieser alle Interessenten abgeschmettert.»
Dennoch: Sie vertraut den Behörden. Letzten August
verschlechtert sich Bernhard Bleikers Zustand drastisch.
Seine Familie schafft es nur noch unregelmässig, ins Heim
zu kommen. «Die Besuche waren sehr schmerzhaft. Er hat
nicht verstanden, warum er im Heim sein musste und uns
Vorwürfe gemacht», erinnert sich Ariane.
Zahlungsbefehle über 570'000 Franken
Fünf Tage nach Bernhard Bleikers Tod schickt das
Betreibungsamt zwei Zahlungsbefehle an die Witwe. Einmal
über 316'370, einmal über 256'899 Franken. Sie forscht
nach, findet heraus: Der Beistand hat die Hypothekarzinsen
kein einziges Mal bezahlt. Die Bank hat die Hypotheken
einen Monat vor Bleikers Tod gekündigt. Die daran
gekoppelte Lebensversicherung wurde entsprechend
automatisch aufgelöst.
Doch es kommt noch schlimmer. Bernhard Bleiker hatte eine
zweite Lebensversicherung in seiner dritten Säule
abgeschlossen. Wegen der Hypothekenschulden wurde dieses
Konto aber verpfändet und die Versicherung aufgelöst. Für
Ariane Bleiker bricht eine Welt zusammen.
Weder die Kesb noch die Beistandschaft wollten ihre Sicht
gegenüber Blick schildern, verweisen auf das
Amtsgeheimnis. In einem Kontrollbericht zum vorliegenden
Fall, der Blick vorliegt, schlussfolgert die Kesb: Alles
richtig gemacht.
Ariane Bleiker muss den Lebensunterhalt der Familie nun
mit einem Teilzeitjob stemmen. Das Geld reicht nicht, auf
den Nachlass und die Versicherungsgelder wäre sie
angewiesen. Sie hat sich einen Anwalt genommen. «Mein Mann
und ich haben versucht, uns für alle Fälle zu rüsten,
haben Versicherungen gezahlt», sagt sie. «Doch nun stehe
ich mit nichts da.»
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